Kosmischer Horror abseits von Lovecraft

Das Foto ist von Stefano Pollio auf Unsplash

Ich mag es total, wenn mich jemand zum Schreiben eines Artikels inspiriert. In diesem Fall fragte mich jemand bei Mastodon, ob ich Autor*innen nennen oder empfehlen könne, die Kosmischen Horror schreiben oder geschrieben haben – und nicht Lovecraft selbst sind. Es folgt eine persönliche, kleine Liste, die keinen Anspruch auf irgendeine Art von Vollständigkeit erhebt. Ich aktualisiere die Liste unregelmäßig.

#Romane

The Outside von Ada Hoffmann spielt in einer Zukunft, in der sich die künstlichen Intelligenzen zu Göttern aufgeschwungen haben. Eine Wissenschaftlerin erfindet einen Raumschiffantrieb, der die Realität bizarr verzerrt. Ich sah gerade, dass es mit The Fallen seit 2021 eine Fortsetzung gibt und im Januar 2023 mit The Infinite der dritte Teil erscheinen soll.

Auslöschung von Jeff VanderMeer – da kenne ich bisher nur dem Film von 2018, der mir gut gefallen hat. Den Roman hab ich mir aber gerade gekauft, er soll in Details vom Film abweichen. Der Roman erhielt 2015 immerhin den Nebula Award, kann also nicht schlecht gewesen sein. Die weiteren zwei Romane der Southern Reach-Reihe klingen auch interessant.

Brian Lumley hat mit seinen Dreamlands-Romanen eine Trilogie geschrieben, in der seine Protagonisten in den Traumlanden unterwegs sind. Habe ich noch nicht gelesen. Lumley soll selbst dazu kommentiert haben, dass seine Protagonisten sich, im Gegensatz zu denen in Lovecrafts Geschichten, zur Wehr setzen und auch einen gewissen Sinn für Humor haben. Klingt recht gut, finde ich.

#Kurzgeschichten, Anthologien

She Walks in Shadows ist eine englischsprachige Anthologie mit Kurzgeschichten, die ausschließlich von Autorinnen geschrieben wurden. Ich hab noch nicht alle Geschichten gelesen, mir gefiel aber Bring the Moon to me von Amelia Gorman sehr, sehr gut.

Biomechanomicon ist eine deutschsprachige Anthologie. Ist schon eine Weile her, dass ich sie gelesen habe, sie hinterließ bei mir aber einen zwiespältigen Eindruck. Keine Geschichte stach für mich besonders hervor und die Motive fand ich teilweise arg vorhersehbar und schablonenhaft.

Hüter der Pforten ist eine deutschsprachige Kurzgeschichtensammlung, die Werke von Lovecraft selbst und anderen Autoren wie Frank Belknap Long, Clark Ashton Smith und Brian Lumley enthält. Mir wurde das Buch mal wegen der Geschichte Die Entdeckung der Ghoorischen Zone empfohlen, die ich okay fand, die mir vom Gefühl aber zu technisiert und gefühllos war.

Robert W. Chambers ist in den Kreisen des Kosmischen Horrors besonders durch seine Kurzgeschichte Der König in Gelb bekannt geworden. Die Geschichte fand ich ziemlich cool.

Clark Ashton Smith war ein Autor, der sich mit Lovecraft und anderen, zeitgenössischen Autoren austauschte. Gelesen hab ich von ihm noch nicht viel, aber ich fand das Hörbuch zu Der Gott des Asteroiden von GM Factory toll! GM Factory hat noch weitere, kostenlose Geschichten vertont, ein Reinhören lohnt sich.

Frank Belknap Long war ein Autor, der einiges an Kurzgeschichten verfasste, darunter waren seine bekanntesten wohl Die Hunde des Tindalos von 1929 und Die Weltraumfresser von 1928.

Fritz Leiber hat, wie Clark Ashton Smith, mit Lovecraft korrespondiert und Kurzgeschichten mit Bezug zu Kosmischem Horror geschrieben. Dazu gehören beispielsweise The Terror from the Depths oder The Dealings of Daniel Kesserich

#Weitere Quellen

Goodreads hat eine ziemlich lange, durch die Nutzer*innen bestimmte Liste zu Kosmischem Horror, vielleicht findet ihr da auch interessantes Material.

 CC-BY-NC für die Textinhalte: Thorsten Panknin, 2023. Technisch ermöglicht durch Typemill.